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 Elektrosmog

Auf diesen Seiten möchte ich interessierte Besucher in unregelmäßigen Zeitabständen über Themen aus dem Baubereich informieren.

Es handelt sich hier um Themen, welche mich ab und zu beruflich beschäftigen und natürlich auch privat interessieren, so dass ich annehme, dass sie von allgemeinem Interesse sein könnten.

Thema: Elektrosmog

Der Begriff hat nichts mit Erdstrahlen oder Wasseradern zu tun, sondern bezieht sich auf elektrische und magnetische Kraftfelder, hervorgerufen durch technische Geräte und Bauteile, mit denen wir im täglichen Leben laufend konfrontiert werden.

Bisher konnte man eine negative Auswirkung auf den Menschen nicht eindeutig nachweisen. In der Medizin werden diese Felder sogar erfolgreich zur Heilung bei bestimmten Krankheiten eingesetzt.

Trotzdem scheint es viele Personen zu geben, welche unter dem Einfluss dieser elektromagnetischen Felder leiden und deren Symptome verschwinden, wenn die Belastung reduziert oder vermieden wird.

Grundsätzliches
Was versteht man unter elektrischen und magnetischen Feldern ?

Durch anlegen einer elektrischen Spannung entstehen elektrische Felder. Wird dann noch ein Verbraucher eingeschaltet, entsteht zusätzlich ein magnetisches Feld.

Als einfaches Beispiel können Sie sich eine Nachttischlampe vorstellen, eingesteckt in eine Steckdose. Solange die Lampe nicht eingeschaltet ist, sind Leitungen und Kabel von einem dauerhaft vorhandenen elektrischen Feld umgeben.

Schaltet man die Lampe ein, so bewegen sich die elektrischen Teilchen, es fliesst ein Strom und es bildet sich zusätzlich ein Magnetfeld.

Ist der angeschlossene Verbraucher noch mit einem Elektromotor ausgestattet (Haarfön, Ventilator, Heizlüfter usw.), erhöht sich der Anteil des Magnetfeldes noch wesentlich.
Gleiches gilt auch für Trafos.

Das elektrische und das magnetische Feld üben, abhängig von ihrer Grösse, eine Kraft auf ihre Umgebung aus. Je höher die angelegte Spannung ist, um so stärker sind die beiden Felder.

Auch in der Natur kommen elektrische Felder vor. Bei einem Gewitter finden wir starke elektrische Felder, welche sich durch Blitze entladen und unsere Erde ist von einem natürlichen Magnetfeld umgeben.

Doch dabei handelt es sich um sog. Gleichfelder, sie wechseln ihre Richtung nicht. Die Nachttischlampe aus unserem Beispiel wird jedoch mit Wechselstrom betrieben, weil sich Wechselspannung mit geringeren Verlusten verteilen lässt. Der Betrieb mit Wechselstrom erzeugt Wechselfelder. Die Häufigkeit, mit der dabei die Spannung pro Zeiteinheit von plus nach minus wechselt, nennt man Frequenz. Sie wird mit der Einheit Hertz (Hz) gemessen.

Unsere Nachttischlampe aus dem obigem Beispiel wird in Europa mit 230 V Wechselspannung/50 Hz (= 50 Schwingungen pro Sekunde) betrieben.
Somit beträgt auch die Frequenz der erzeugten elektrischen und magnetischen Felder 50 Hz.

Sehr wichtig ist hier die Unterscheidung zwischen nieder- und hochfrequenten Wechselfeldern.

Niederfrequente Wechselfelder: Sie entstehen im Niederfrequenzbereich von 1 Hz bis 30 kHz (= 30.000 Hz). Hierzu gehört hauptsächlich unsere öffentliche Stromversorgung.

Folgende Bereiche sind hier zu unterscheiden:

  • Niederfrequente elektrische Felder
  • Niederfrequente Magnetfelder

Ein reines elektrisches Feld entsteht immer dann, wenn ein elektrisches Gerät in die Netzsteckdose eingesteckt, aber nicht eingeschaltet ist. Elektrische Felder wirken nur auf die Körperoberfläche und gelten als relativ harmlos. Die Stärke solcher Felder reicht in der häuslichen Umgebung nicht aus um irgendwelche Wirkungen auf den Organismus hervorzurufen.

Wird ein Gerät angeschaltet, entsteht zusätzlich ein elektromagnetisches Feld, welches fast ungehindert in den Körper eindringen kann. Abschirmungen gegen diese Strahlung erfordern einen hohen Aufwand.

Hochfrequente Wechselfelder: Sie entstehen ab 30 kHz bis 300 GHz
(1GHz = 1 Milliarde Hz.).
In diesen Bereich fallen z.B. Rundfunk- und Fernsehsender, sowie Mobiltelefone.

Im Hochfrequenzbereich ist eine getrennte Betrachtung von elektrischen und magnetischen Feldern nicht mehr möglich. Beide Feldarten treten hier immer zusammen auf.

Einwirkungen auf unsere Gesundheit sind bei nieder- und hochfrequenten Feldern völlig verschieden.

Da die Gesundheitsbelastung aus hochfrequenten Feldern in den Medien sowieso häufiger Beachtung findet (Berichte über Belastungen aus Mobilfunk und Sendern aller Art) und mein Artikel sich auf den Bereich „Bauen und Wohnen“ beziehen soll, werde ich mich nachfolgend auf die Belastungen aus niederfrequenten elektrischen und magnetischen Wechselfeldern aus dem Bereich unserer öffentlichen Stromversorgung beschränken.

Elektrosmog im Haus
Wie bereits oben beschrieben, beträgt die Belastung welcher wir täglich ausgesetzt sind 50 Hz. Der Betrieb zahlreicher Geräte, insbesondere jene mit Elektromotor oder Trafos kann jedoch auch elektromagnetische Felder von 100 Hz bis in den kHz-Bereich entstehen lassen.

Manche besonders in Körpernähe befindliche und betriebene Elektrogeräte können bei längerer Einwirkungszeit zu gesundheitsschädigenden  Wirkungen beitragen.

Vor allem in Schlafbereich sollten Sie dafür sorgen, dass keine unnötigen oder störenden elektromagnetischen Felder entstehen.

Nicht jeder Mensch reagiert gleich stark auf die Strahlenbelastung von elektromagnetischen Feldern.

In der medizinisch-wissenschaftlichen Literatur werden jedoch zahlreiche Auswirkungen auf die Körperfunktionen beschrieben:

  • Biorhythmusveränderungen.
  • Veränderungen bei der Hormonproduktion der Zirbeldrüse, vor allem bei dem Schlafhormon Melatonin.
  • Elektroenzephalogramm- (EEG) und Elektrokardiogramm- (EKG) Veränderungen.
  • Störung der Signalübertragung bei den Zellmembranen.

Abschirmungen durch Wände
Elektrische Felder können von einer Wand aus Mauerwerk oder Beton abgeschirmt, oder wenigstens stark reduziert werden. Nahezu keine Abschirmung bieten jedoch Wände aus Holz oder Ständerwände.

Magnetische Felder werden auch nicht durch Mauerwerk abgeschirmt.

Bei den Überlegungen zum Schutz gegen elektromagnetische Belastung muss deshalb unbedingt auch die elektrische Ausstattung der Nachbarräume mit berücksichtigt werden.

Es ist falsch, ein Bett mit dem Kopfende an eine Wand zu stellen, wenn sich an deren Rückseite ein grösseres Elektrogerät befindet.

Zugeschriebene Gesundheitsgefahren von gängigen Elektrogeräten.

Schutzmassnahmen
Grenzwerte aus verschiedenen Länden existieren, doch in die Experten sind sich hier noch unsicher, die Empfehlungen variieren in den verschiedenen Ländern. Am weitesten gehen die Vorschläge aus den USA, Schweden und Deutschland.

Folgend beschriebene Vorsichtsmassnahmen können Sie selbst ergreifen um die Belastung durch Elektrosmog, insbesondere in Schlafräumen zu reduzieren.

Schlafzimmer sind deswegen besonders zu schützen, da die Bewohner sich dort täglich mehrere Stunden aufhalten und Untersuchungen deuten darauf hin, dass gerade in der Schlafphase die grölet und nachhaltigste Beeinflussung durch Elektrosmog besteht.

Grundsätzlich gilt: Stellen Sie möglichst wenig netzbetriebene Elektrogeräte in Schlafräumen auf.

  • Verlegen Sie keine Kabel unter dem Bett.
  • Vermeiden Sie die Aufstellung von großen Elektrogeräten in Nachbarräumen zum Schlafzimmer, direkt hinter der Trennwand beim Kopfteil des Bettes.
  • Verwenden Sie geerdete Stecker statt ungeerdete Flachstecker, denn geerdete Geräte strahlen wesentlich geringere elektrische Felder ab.
  • Verwenden Sie nach Möglichkeit strahlungsarme Geräte.
  • Bei Halogenlampen, Dimmern und Elektrogeräten die sich nicht vollständig abschalten lassen (Stand-by-Betrieb) sollten Sie den Stecker herausziehen oder Verlängerungskabel mit einem Schalter am Stecker benutzen, damit das gesamte Kabel stromfrei wird.
  • Die beste Lösung jedoch ist: Schaffen Sie netzfreie Bereiche.
  • Mit Netzfreischaltern können Sie Ihre Schlafräume vom Stromnetz abkoppeln.

Netzfreischalter
Einbau durch einen Fachmann im Verteilerkasten hinter der Sicherung für den Stromkreis des Schlafzimmers.
Haben Sie im Schlafraum den letzten Stromverbraucher ausgeschaltet, schaltet dieses Gerät den gesamten zugehörigen Stromkreis stromlos und legt eine schwache Prüfgleichspannung auf die stromlose Leitung.

Erst durch das Anschalten eines Verbrauchers im Schlafzimmer gibt der Netzfreischalter wieder normale Spannungsverhältnisse auf den betreffenden Stromkreis. Dies geschieht nahezu ohne merkbare Verzögerung.

Sinnvoll ist der Einbau eines Netzfreischalters dann, wenn der betreffende Schlafraum einen eigenen Stromkreis hat. Dies ist insbesondere bei älteren Gebäuden leider nicht immer der Fall.
Der Netzfreischalter kann seine Aufgabe natürlich nur dann erfüllen, wenn keine dauerhaften Stromverbraucher im betreffenden Stromkreis vorhanden sind.
Dies könnte z.B. ein netzbetriebener Radiowecker oder ein Fernseher (im Stand-by-Betrieb) sein.